Dass viele Köche nicht zwangsläufig den virtuellen Brei verderben, zeigen Gemeinschaftsprojekte, die im Internet Erfolge feiern. Das Web-Nachschlagewerk Wikipedia verdient sich als Crowdsourcing-Primus die meisten Lorbeeren, auch wenn so mancher Eintrag eher durch seinen Spaßfaktor besticht. Von „Absurdistan“ über „Beerware“, von „Ich habe fertig“ bis hin zur „Bielefeldverschwörung“ stehen da Dinge zu lesen, die es locker mit der Loriot’schen Steinlaus aufnehmen können. Manchmal wird es eben ernst, wenn viele mitmachen. Humor ist, wenn man‘s trotzdem nachschlägt. Der war denn auch gefragt, als ein großes deutsches Versandhaus online zu einem Fotowettbewerb aufrief, um das Kunden gesicht des Jahres zu küren. Unter den 50.000 eingereichten Porträts siegte das Konterfei eines Studenten, der sich mit Perücke, Lidschatten und Federboa als „der Brigitte“ in Pose geworfen hatte. Das Unternehmen reagierte cool, schickte die „falsche“ Kundin zum Shooting und erntete Wohlwollen bei seiner Crowd. Lerne: Wer öffentlich um Einmischung bittet, muss mit Sympathiebekundungen der vergnüglichen Art auch souverän umgehen können.
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