Fingerspitzengefühl steht ganz oben auf dem Wunschzettel so mancher Presseabteilung. Das musste auch eine mittlerweile leckgeschlagene Drogeriemarktkette feststellen, als ihr Pressesprecher sich im letzten Jahr zu einem uncharmanten Fauxpas hinreißen ließ. Nachdem das Unternehmen sich einen halb englischen, halb deutschen Slogan verordnet hatte, wurde es vom Verein Deutsche Sprachwelt auf das linguistische Ungetüm angesprochen. Wo man mit Charme hätten retten müssen, was man beim Briefing des Werbetexters versäumt hatte, reagierte der Unternehmenssprecher allerdings reichlich spröde. Er begründete das gemischte Sprachdoppel damit, dass zum Kundenstamm vorrangig Menschen mit „niederem bis mittleren Bildungsniveau“ gehörten, die nicht als „reflektierte Sprachverwender“ bekannt seien. Autsch, das saß. Der verbale Faustschlag hatte ein breites Echo in den Medien – so breit, dass die vermeintlich unreflektierten Sprachverwender nun bei der Konkurrenz einkaufen.
Amüsanter war da schon der Lapsus von Bundespresseamtschef Steffen Seibert, der per Twitter „Obama Bin Laden“ für den Tod Tausender Unschuldiger verantwortlich machte. Der Ruf nach dem virtuellen Tipp-Ex dürfte auch ohne mediale Verstärkung bis über die Spree zu hören gewesen sein.










